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Malteser Stadt Köln

So reibungslos läuft der Impf-Begleitservice 80plus ab

Nutzer durchweg begeistert

25.03.2021
Ehrenamtler Michael Wirz sorgt dafür, dass die Impflinge sicher platziert werden
Nach der Ankunft geht es in die Halle
Im Wartebereich ist viel los
Die Ehrenamtlichen Impfbegleiter kümmern sich um alles
Die Impflinge 80plus können entspannt alles auf sich zukommen lassen
Kurz vor dem großen Moment erscheinen die Senioren völlig gelassen
Den Pieks hat Peter F. kaum gespürt

Köln. „Wir sind so dankbar für das tolle Rundum-Impfbegleitangebot der Malteser“, strahlt Rentner Peter F. aus Bickendorf. Der 84-Jährige hat soeben seine erste Biontech-Pfizer Ration gespritzt bekommen und merkt fröhlich an, kaum etwas gespürt zu haben. In einem Zeitungsartikel hatten der Kölner und seine 83-jährige Gattin vom neuen Dienst der Malteser erfahren und sich sogleich telefonisch in deren Stadtgeschäftsstelle an der Stolberger Straße gemeldet.

 

Seit kurzem bietet diese aufgrund der Initiative von Stadtgeschäftsführerin Andrea-Ferger-Heiter nämlich nicht nur an, Bürger ab 80 Jahren kostenfrei zum Impfzentrum in die Messe zu bringen. Darüber hinaus werden die älteren Herrschaften während der gesamten Dauer des Aufenthalts begleitet und anschließend auch wieder nach Hause gebracht. Besonderes Bonbon: Sogar der Impftermin kann dabei im Vorfeld direkt durch die Hilfsorganisation vereinbart werden. „Da wir in unseren unterschiedlichen Diensten viel mit älteren Menschen arbeiten, habe ich mir schon zum ursprünglich geplanten Impfstart im Dezember überlegt, wie wichtig es sein könnte, dass wir ihnen im Hinblick auf die Impfung Unterstützung anbieten“, erzählt Andrea Ferger-Heiter. Nachdem sie recherchiert hatte, an wen es sich für ein solches Vorhaben konkret zu wenden gilt, gestaltete sich die Umsetzung jedoch gar nicht so leicht wie gedacht.

 

„Weil es das System der kassenärztlichen Vereinigung nicht vorgesehen hat, dass Gruppentermine gebucht werden, sondern zunächst nur einzelne Arrangements möglich waren und man mit dem Telefon zu Beginn überhaupt nicht durchkam, dauerte es lange, bis das Projekt Impfbegleitdienst an den Start gehen konnte“, erläutert die Stadtgeschäftsführerin. Glücklicherweise blieb Ferger-Heiter hartnäckig am Ball, denn seit Ende Februar klappt alles sehr gut. Mittlerweile könnten die Malteser sogar Termine verlegen, soweit diese für geplante Routen besser passen.

 

Die Umsetzung des zwischenzeitlich sehr gefragten neuen Dienstes machen rund 20 Ehrenamtler möglich. Diese stammen vornehmlich aus den bereits länger bestehenden Malteser-Angeboten, “KulTour-Begleitungsdienst“ und “Mobil und Mittendrin“ (Senioren gemeinsam unterwegs im Veedel), die derzeit Corona-bedingt pausieren müssen. Weitere Engagierte ergänzen als BegleiterInnen. „Die ehrenamtlichen KollegenInnen waren schnell gefunden“, sagt Ferger-Heiter. Diese Helferzahl werde auch durchaus benötigt, zumal pro Tag zwischen zehn und 15 Anfragen aus dem kompletten Stadtgebiet hereinkämen, wenngleich auch nicht immer alle ins Angebot passten, erläutert die Stadtgeschäftsführerin. Damit der Service für die ehrenamtlichen Malteser überhaupt leistbar ist, muss unbedingt gewährleistet sein, dass mitfahrende Gäste zumindest noch mit leichter Hilfe eigenständig ins Transportfahrzeug einsteigen können.

 

Wie wichtig das ist, wissen auch Mechthild Michels (67) und Michael Wirz (58). Sie sind zwei der Ehrenamtler, die nun für die Impf-Touren verantwortlich zeichnen.  Als die ersten beiden Impflinge, ein Ehepaar, mit dem geräumigen Malteser-Fahrzeug mittags zu Hause abgeholt werden, zeigt sich nämlich, dass gelegentlich schon ein gewisser Zeitaufwand erforderlich ist, um in ihrer Bewegung eingeschränkte Herrschaften anzuschnallen. Rollatoren und Stöcke oder Rollstühle stellen hingegen kein Problem dar. Diese können die Malteser leicht verstauen.

 

Bis zu vier Personen können gemäß den Corona-Schutzbestimmungen pro Fahrt mitgenommen werden. Und so freut sich auch an diesem Tag noch ein zweites älteres Ehepaar über den besonderen Service der Malteser. „Wir nutzen den neuen Dienst, weil wir dann mit dem Rollator keine Straßenbahn zu nehmen brauchen und auch im Impfzentrum Unterstützung haben“, freut sich die 80-jährige Liesel G.. Im Kirchenblättchen hatte ihre Tochter von der Möglichkeit gelesen und sogleich den Eltern davon berichtet. „Wir haben derzeit niemanden, der mit uns hätte hierher kommen können, da alle Enkel, die infrage kämen, nicht verfügbar sind“, sagt Liesel. Die Fahrt mit den Ehrenamtlern Mechthild und Michael weiß das Ehepaar daher sehr zu schätzen.

 

An der Messe angekommen, zeigt sich, dass sich bereits eine sehr lange Menschenschlange vor der Halle gebildet hat, die auf Einlass wartet. Die heutigen vier Schützlinge der Malteser werden mit ihren deutlich erkennbaren Impfbegleitern jedoch sofort vom Einlasspersonal an der Masse vorbei ins Impfzentrum gewunken. Die Unterlagen, die Mechthild und Michael gesammelt am Empfangs- und Registrierschalter vorzeigen, werden zügig gecheckt und schon geht es samt Rollatoren im Lastenaufzug in die erste Etage, wo sich die Impfstraßen befinden. Hier wird noch kurze Zeit gemeinsam gewartet und schon werden die beiden Ehepaare, jeder einzeln, in die Kabinen gebeten, wo sie ihre erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Ob im Vorfeld noch irgendwelche Fragen bestünden, möchte der Arzt, der tageweise allein bis zu 150 Menschen impft, noch wissen, bevor es losgeht.

 

Den eigentlichen Pieks bemerken die Impflinge kaum, geben sie anschließend zu Protokoll und zeigen sich sehr froh darüber, dass der erste Schritt zur vorläufigen Immunität nun gemacht ist. Das findet auch Ehrenamtlerin Mechthild Michels. „In den Gesichtern der Ehepaare ist eine absolute Erleichterung erkennbar. Das finde ich einfach super“, freut sie sich. Das ist wohl auch ein Grund für das ehrenamtliche Engagement der Kölnerin. „Ich bin in dem Alter, in dem man vielleicht auch mal bedenken muss, irgendwann womöglich hilflos zu sein. Dann hätte man schließlich auch gerne jemanden, der einen dabei unterstützt, seinen Alltag zu bewältigen“, ist sie sich sicher. Als die viertelstündige Beobachtungszeit im eigens dafür vorgesehenen Wartebereich ohne jedwede mögliche Komplikation verstrichen ist, geht’s zurück zum Malteser-Fahrzeug. Die Ehepaare werden nun wieder nach Hause gebracht und sind geradezu erheitert darüber, dass auch der Folgetermin in drei Wochen dank der Malteser und ihrem neuen Service mit Sicherheit wieder so angenehm und einfach wie heute vonstattengeht.

 

 

 

Weitere Informationen

Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V. Stadt Köln  |  PAX Bank  |  IBAN: DE18 3706 0120 1201 2102 47  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7