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Malteser Stadt Köln

Integrationsarbeit in Zeiten von Corona - Sprache bleibt: Menschen trotz Kontaktbeschränkungen zusammenbringen 

Auch in der Integrationsarbeit sind die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu spüren. So fehlt vielen Deutschlernenden wegen der Kontaktbeschränkungen unter anderem der direkte Austausch mit Muttersprachlern. Die Malteser im Erzbistum Köln haben daher viele ihrer Angebote im Integrationsbereich angepasst.

16.04.2020
Vielen Deutschlernenden fehlt wegen der Kontaktbeschränkungen unter anderem der direkte Austausch mit Muttersprachlern, wie hier im EDV Kurs. Die Malteser bieten daher viele ihrer Angebote im Integrationsbereich digital an. Foto: Stephanie von Waldstein
Vielen Deutschlernenden fehlt wegen der Kontaktbeschränkungen unter anderem der direkte Austausch mit Muttersprachlern, wie hier im EDV Kurs. Die Malteser bieten daher viele ihrer Angebote im Integrationsbereich digital an. Foto: Stephanie von Waldstein

Der Malteser Integrationsdienst in Köln vermittelt zum Beispiel Online-Deutsch-Tandems. In der Zeit, in der man sich nicht physisch treffen kann, wird online zu zweit Deutsch gelernt und Sprachkenntnisse können weiterentwickelt werden. „Mit über 35 vermittelten Tandems und vielen positiven Rückmeldungen ist das Projekt ein voller Erfolg“, erklärt Mina Attahie, Ehrenamtskoordinatorin der Kölner Malteser. Auch wird eine Online-Mathe-Nachhilfe für jugendliche Schüler angeboten. Insbesondere für die Jugendlichen, für die es jetzt auf den Schulabschluss zugeht, bietet das Angebot eine große Unterstützung.  

Das nun schon im dritten Jahr stattfindende Düsseldorfer Projekt BOB (Beruf – Orientierung – Beratung) für junge Geflüchtete von 18-25 Jahren, die an einer Düsseldorfer Berufsschule „eingeschrieben“ sind, wird ebenfalls digital fortgesetzt. Es unterstützt die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathe, Physik und BWL. „Neun Ehrenamtliche aus dem BOB-Team engagieren sich derzeit „digital“ und unterstützen mittlerweile 20 Teilnehmende per WhatsApp, Video-Telefonie und Email“, erklärt Jürgen Claessens, Projektkoordinator der Integrationsdienste bei den Maltesern in Düsseldorf. „Neben der fachlichen Begleitung und Unterstützung gibt es zudem genügend Zeit für persönliche Belange. Es ist auch wichtig, mit den jungen Teilnehmenden im vertrauensvollen Kontakt zu bleiben und zu signalisieren, dass sie nicht „vergessen“ werden,“ ergänzt Claessens. Auch das Bewerbungstraining des Integrationsdienstes in Wesseling wird derzeit digital angeboten. Zudem gibt es Videosprechzeiten für Interessierte, die gut genutzt werden.


Candle-light-Buchlesungen und Kunst-Workshops   

In Wuppertal finden gegen das Gefühl des Alleinseins virtuelle „Candle-light-Buchlesungen“ statt. Die Teilnehmenden aus dem Integrationsdienst lesen sich online Geschichten bei Kerzenschein vor. So können die Gruppen, die sich sonst regelmäßig getroffen haben, gemeinsame Zeit zusammen verbringen und gleichzeitig ihre Sprache verbessern.

Ein neues Kunst-Projekt startet in dieser Woche bei den Düsseldorfer Maltesern unter dem Thema „Was uns bewegt: Frieden, Freiheit und ...?“ Junge Erwachsende zwischen 18 und 25 Jahren sind über die sozialen Medien aufgefordert, ihre Vorstellungen zu „Freiheit in Zeiten der Corona Krise“ auszudrücken. Künstlerin Anne Fiedler gibt über WhatsApp und Facebook Input und fordert die Teilnehmenden mit künstlerischen Aufgabenstellungen heraus. „Bisher haben wir 12 Anmeldungen in der geschlossenen Facebook-Gruppe und sind sehr gespannt auf die kreativen Beiträge der TeilnehmerInnen, die sich zum Teil noch nie persönlich begegnet sind. Wir überlegen jetzt schon, ob wir die ursprünglich als Workshop-Reihe geplante Aktion auch in den nächsten Monaten als Online-Workshop anbieten werden“, erläutert Jürgen Claessens. 


Das Bedürfnis anderen zu helfen ist groß

„Auch das Bedürfnis anderen zu helfen, die besonders betroffen sind von der Krise, ist bei unseren Teilnehmenden groß,“ weiß Dorothee van der Borre, Ehrenamtskoordinatorin des Malteser Integrationsdienstes in Wuppertal. So bieten sie und ihre Teilnehmenden für Menschen, die zur Risikogruppe gehören einen Einkaufsservice an, verteilen Corona-Versorgungs-Pakete und nähen Mundbedeckungen, die gespendet werden. In Wesseling unterstützen sich Integrationslotsen und Geflüchtete gegenseitig, zum Beispiel beim Einkaufen für diejenigen, die zur Risikogruppe gehören. 


Mobilteams beraten telefonisch und per E-Mail

Die Mobilteams aus der Flüchtlingsbetreuung in Wesseling sowie in Bornheim und Rheinbach stehen weiterhin allen Klienten zur Verfügung, derzeit per Telefon und Email. Vom Homeoffice aus werden alle Anliegen und Fragen der Geflüchteten in vollem Umfang betreut und auch die Kommunikation mit den Behörden ist per Email und Telefon gesichert. „Die Malteser Mobilteams unterstützen die Kommunen in ihrer Integrationsarbeit. Sie sind Bindeglied zwischen der städtischen Sozialarbeit und den Geflüchteten vor Ort. Die Mitarbeitenden der Mobilteams blicken meist selbst auf eine Migrationsgeschichte zurück und kennen die kulturellen Hintergründe der Geflüchteten. Sie leisten durch ihre professionelle Betreuung einen wichtigen Beitrag dazu, dass Geflüchtete vor Ort Fuß fassen können,“ erklärt Hannah Reyle, Referentin Flüchtlingshilfe der Malteser im Erzbistum Köln.


Menschen so nah wie möglich bleiben

„Wir möchten trotz Kontaktverbot und Stillstand des öffentlichen Lebens, den Menschen so nah wie möglich bleiben. Gerade die Integrationsarbeit ist ein Bereich, der Menschen zusammenbringt und wo der Austausch unter einander besonders wichtig ist. Um unsere Angebote in diesen ungewöhnlichen Zeiten aufrecht zu erhalten, bieten wir viele der Projekte in digitaler Form an, die nun gut genutzt werden. Denn auch in Krisenzeiten möchten wir für unsere Teilnehmenden da sein“, erklärt Alexander Malešević, Projektleiter Integration bei den Maltesern im Erzbistum Köln. 


Mitmachen

Wenn auch Sie sich im Rahmen der Malteser Integrationsdienste einbringen oder teilnehmen möchten, finden Sie hier Ansprechpartner und Kontaktmöglichkeiten vor Ort: https://www.malteser-koeln.de/dienste-und-leistungen/ehrenamtliche-mitarbeit/integrationslotse.html 

Unser Team Flüchtlingshilfe und Integration der Malteser im Erzbistum Köln erreichen Sie wie folgt:

Alexander Malešević, Leiter Flüchtlingshilfe
Telefon 0221 6909 4848, E-Mail Alexander.Malesevic@malteser.org

Hannah Reyle, Referentin Flüchtlingshilfe
Telefon 0221 6909 4818, Hannah.Reyle@malteser.org

Luma AlTurk, Projektkoordinatorin Integrationsdienst
Telefon 0151 26085536, E-Mail Luma.AlTurk@malteser.org

 

Weitere Informationen

Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V. Stadt Köln  |  PAX Bank  |  IBAN: DE18 3706 0120 1201 2102 47  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7